8. März: Weltfrauentag

Der Internationale Frauentag (World Women’s Day)

Der Internationale Frauentag ist der Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden. Er wird auch als Weltfrauentag bezeichnet und weltweit am 8. März begangen. Der Tag erinnert daran, dass Frauen noch immer diskriminiert und unterdrückt werden, dass sie in vielen Lebensbereichen den Männern noch immer nicht gleichgestellt sind, im Schnitt weniger verdienen als sie, in Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft unterrepräsentiert sind, Gewalt und Sexismus ausgesetzt sind.

In den westlichen Industrieländern, so auch in Deutschland, hinterfragen seit einigen Jahren vor allem Frauen kritisch die Bedeutung des Tages. Die Rechte der Frau seien derart gestärkt worden, dass die noch bestehenden Probleme (zum Beispiel das Lohngefälle) aufgebauscht und von den großen Zukunftsfragen der Welt (Ernährungssicherung, Energiewende, Klimawandel, Friedenssicherung, etc.) ablenken würden. Dieser Sichtweise stehen Argumente gegenüber, die darauf hinweisen, dass Frauenrechte nicht nationale Rechte sind, sondern zu den allgemein gültigen Menschenrechten zählen und somit auch global gedacht und behandelt werden müssten. Gerade für Frauen in Ländern, in denen sich gerade erst eine Frauenbewegung formiert, wie etwa in Indien, sei die westliche Emanzipation Vorbild und Unterstützung zugleich.

Die Durchführung eines weltweiten Frauentages wurde von Clara Zetkin (1857 – 1933), einer sozialistischen deutschen Politikerin auf einem internationalen sozialistischen Frauenkongress 1910 in Kopenhagen angeregt. Ein Jahr später fand er zum ersten Mal, und zwar am 19. März 1911, in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Erst in den Folgejahren wurde das Datum auf den 8. März festgelegt. Über die genauen Gründe für diesen Tag gibt es unterschiedliche Angaben: die einen sehen Bezüge zu Protesten von Textilarbeiterinnen in den USA im 19. Jahrhundert, andere zu Protesten russischer Arbeiterinnen unmittelbar vor der Februarrevolution von 1917.

Neben der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen ging es damals in erster Linie um die gleichberechtigte Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen. Im Mittelpunkt stand daher die Forderung nach einem Wahlrecht für Frauen. In Europa durften zu diesem Zeitpunkt nur in Finnland Frauen wählen. In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht im Zuge der Novemberrevolution 1918 eingeführt. In der Schweiz dürfen Frauen sogar erst seit 1971 wählen.

Die Nationalsozialisten hatten den Internationalen Frauentag als Feiertag der sozialistischen Arbeiterbewegung zwischen 1933 und 1945 offiziell verboten. In der sowjetischen Besatzungszone wurde er als Feiertag am 8. März 1946 wieder eingeführt und in der DDR alljährlich mit einigem staatlichen Aufwand inszeniert. In der Bundesrepublik geriet der Tag mit der erstarkenden Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre wieder stärker ins Blickfeld.

In Deutschland ist die Gleichberechtigung beider Geschlechter im Grundgesetz verankert. Seit 1. Juli 1958 sind Männer und Frauen auch im bürgerlichen Recht gleichberechtigt. Dass die Lebenswirklichkeit für Frauen aber noch immer anders aussieht, zeigen die Forderungen des neuen Feminismus nach gleicher Bezahlung und einer gesetzlichen Frauenquote in Unternehmen.

UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Weltfrauentag, 8. März 2018

 Frauentag 2018: Fortschritt für Frauen ist Fortschritt für alle

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By U.S. Mission Photo by Eric Bridiers [Public domain], via Wikimedia Commons

„Wir befinden uns in einem entscheidenden Moment für die Rechte von Frauen. Die historischen und strukturellen Ungleichheiten, die Unterdrückung und Diskriminierung ermöglicht haben, werden wie nie zuvor aufgedeckt. Von Lateinamerika über Europa bis Asien, in den sozialen Netzwerken, an Filmsets, in Fabriken und auf den Straßen fordern Frauen einen dauerhaften Wandel und null Toleranz für sexuelle Gewalt, Belästigung und Diskriminierung aller Art.

Geschlechtergleichheit zu erreichen und Frauen und Mädchen zu stärken, sind die unerledigten Aufgaben unserer Zeit und die wichtigsten Menschenrechtsfragen unserer Welt.

Der Aktivismus und das Eintreten von Generationen von Frauen hat Früchte getragen. Heute besuchen mehr Mädchen als je zuvor eine Schule; mehr Frauen gehen einer bezahlten Beschäftigung nach und arbeiten in leitenden Positionen des Privatsektors, der Wissenschaft, Politik und in Internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen. Geschlechtergleichheit ist in unzähligen Gesetzen festgeschrieben und gefährliche Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung und Kinderehe wurden von vielen Staaten verboten.

Dennoch bleiben ernsthafte Hindernisse bestehen, wenn wir die historischen Machtungleichgewichte überwinden wollen, auf denen Diskriminierung und Ausbeutung gedeihen.

Mehr als eine Milliarde Frauen weltweit haben keinen Zugang zu rechtlichem Schutz vor häuslicher sexueller Gewalt. Das globale geschlechtsspezifische Lohngefälle beträgt 23 Prozent und erreicht im ländlichen Raum sogar bis zu 40 Prozent. Die unbezahlte Arbeit vieler Frauen bleibt ungeachtet. Die Repräsentation von Frauen in nationalen Parlamenten liegt im Durchschnitt bei weniger als einem Viertel und in den Chefetagen sogar darunter. Ohne ein koordiniertes Vorgehen werden im nächsten Jahrzehnt Millionen von Mädchen der Genitalverstümmelung zum Opfer fallen.

Dort wo es Gesetze gibt, werden diese oft ignoriert, und Frauen, die Rechtshilfe ersuchen, werden nicht ernstgenommen, angeschwärzt und abgewiesen. Wie wir jetzt wissen, konnten sexuelle Belästigung und Missbrauch am Arbeitsplatz und im öffentlichen und privaten Raum gedeihen – auch in Ländern, die sich für ihre Bilanz zur Gleichberechtigung rühmen.

Die Vereinten Nationen sollten der Welt ein Beispiel sein.

Ich erkenne an, dass das nicht immer der Fall war. Seit dem Beginn meiner Amtszeit im letzten Jahr habe ich Veränderungen am Hauptsitz der Vereinten Nationen, innerhalb unserer Friedensmissionen und in unseren Büros auf der ganzen Welt in die Wege geleitet.

Im Führungsstab herrscht nun zum ersten Mal Geschlechterparität, und ich bin fest entschlossen, dieses Ziel in der gesamten Organisation umzusetzen. Ich bekenne mich voll und ganz zu null Toleranz gegenüber sexueller Belästigung und habe bereits Pläne für verbesserte Berichterstattung und Rechenschaftspflicht vorgelegt. Wir arbeiten eng mit Staaten auf der ganzen Welt zusammen, um sexuelle Ausbeutung und Missbrauch durch Personal von Friedensmissionen zu verhindern und anzugehen, sowie Opfer zu unterstützen.

Wir bei den Vereinten Nationen stehen Seite an Seite mit Frauen auf der ganzen Welt, die dafür kämpfen, die ihnen entgegengebrachten Ungerechtigkeiten zu überwinden – seien es Frauen aus ländlichen Regionen, die mit Lohndiskriminierung konfrontiert sind, Frauen in Städten, die sich für einen Wandel organisieren, Frauen auf der Flucht, die dem Risiko von Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt sind, oder Frauen, die hybride Formen von Diskriminierung durchleben: Witwen, indigene Frauen, Frauen mit Behinderung und Frauen, die sich den Geschlechterkonventionen nicht fügen.

Die Befähigung von Frauen steht im Mittelpunkt der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Fortschritt in den Nachhaltigkeitszielen bedeutet Fortschritt für alle Frauen, überall. Die Spotlight-Initiative, die gemeinsam mit der Europäischen Union gestartet wurde, wird ihre Ressourcen auf die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen fokussieren, eine Vorbedingung für Gleichheit und Stärke.

Lassen Sie mich das klar sagen: dies ist kein Gefallen, den wir Frauen tun. Geschlechtergleichheit ist eine Menschenrechtsfrage, aber es ist auch in unser aller Interesse und das gilt gleichermaßen für Männer und Jungen, Frauen und Mädchen. Geschlechterungleichheit und die Diskriminierung von Frauen schaden uns allen.

Wie unzählige Beispiele beweisen, besteht die effizienteste Art und Weise, Gesellschaften, Unternehmen und sogar ganze Länder zu beflügeln, darin, in Frauen zu investieren. Die Beteiligung von Frauen macht Friedensabkommen stärker, Gesellschaften widerstandsfähiger und die Wirtschaft stabiler. Wo Frauen diskriminiert werden, lassen sich oft Praktiken und Überzeugungen finden, die all dem diametral entgegenstehen. Vaterschaftsurlaub, Gesetze gegen häusliche Gewalt und für gleichen Lohn sind ein Gewinn für alle.

In diesem entscheidenden Augenblick für die Rechte von Frauen, ist es an der Zeit, dass Männer mit Frauen zusammenstehen, ihnen zuhören und von ihnen lernen. Transparenz und Rechenschaftspflicht sind grundlegend, wenn Frauen ihr volles Potential erreichen und uns alle, in unseren Gemeinschaften, Gesellschaften und unserer Wirtschaft beflügeln sollen.

Ich bin stolz, Teil dieser Bewegung zu sein und hoffe, dass sie innerhalb der Vereinten Nationen und auf der ganzen Welt weiter widerhallen wird.“

Motto 2018

Der Weltfrauentag am 8. März 2018 steht unter dem Motto #PressForProgress.

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Der „World Economic Forum’s Global Gender Pay Gap Report“ führte zu der Erkenntnis, dass Geschlechtergerechtigkeit erst in über 200 Jahren erreicht sein wird. So gibt es keine wichtigere Zeit als jetzt, motiviert zu bleiben und für den Fortschritt einzutreten. Und durch globalen Aktivismus, wie durch die Bewegungen #MeToo und #TimesUp gibt es auch heute einen starken und globalen Rückhalt für Geschlechtergerechtigkeit.

Und da bekannt ist, dass Geschlechtergerechtigkeit nicht über Nacht geschieht, sind es gute Neuigkeiten, dass es weltweit Frauen gibt, die Tag für Tag positive Errungenschaften erreichen.

Der „International Women’s Day“ ruft mit dem Motto #PressforProgress dazu auf, weiterhin Druck auszuüben, die Geschlechtergerechtigkeit voranzutreiben und Freund*innen, Kolleg*innen und ganze Communities zu motivieren und geschlechterinklusiv zu denken und zu handeln.

 

Weltweite Veranstaltungen

Weltweit finden zu diesem Datum rund um den Globus Veranstaltungen statt.

Veranstaltungen in München finden sich auf dem offiziellen Stadtportal:

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Quellen:

Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa

Homepage des International Women’s Day

 

 

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