„Umstrittene Psychotherapie-Reform: Patienten sind in einer Schleife gefangen“ – Artikel aus dem Spiegel verdeutlicht Versorgungsnotstand

Das deutsche System zur Versorgung von Kassenpatienten mit ambulanten Psychotherapieplätzen hat versagt. Eine Reform von 2017 sollte dies ändern. Die hat das Problem nur verschlimmert. Dabei gäbe es genug Psychotherapeut*innen, nur haben nicht alle eine Kassenzulassung. Schuld an der katastrophalen Versorgungslücke ist nicht nur der Gesetzgeber. Sondern vor allem die gesetzlichen Krankenkassen. Es ist eine Schande wie Patienten mit psychischen Erkrankungen hierzulande systematisch im Stich gelassen werden.

Dies verdeutlicht ein Artikel aus dem Spiegel zur umstrittenen Reform und dem aktuellen Notstand.:

Seit 2017 können Menschen in psychischen Krisen schneller ein Gespräch beim Psychotherapeuten führen. Doch die Wartezeiten für eine Behandlung haben sich mitunter deutlich verlängert.“

„Die Psychotherapie-Reform im April 2017 sollte alles besser machen. Menschen in psychischen Krisen oder mit akuten Erkrankungen sollen schneller einen Psychotherapeuten sprechen – und eher Hilfe erhalten. Nicht einmal ein Jahr später wird allerdings deutlich: Die Lage spitzt sich für Therapiebedürftige sogar zu. Sie warten nicht nur weiterhin auf einen Behandlungsplatz, die Kassen blockieren ihnen nun auch vehement alternative Wege.“

Link zum ganzen Artikel:

„Umstrittene Psychotherapie-Reform„Patienten sind in einer Schleife gefangen“- von Jana Hauschild auf Spiegel-Online

Der aktuelle Versorgungsschlüssel, der eine proportionale Anzahl von Psychotherapeut*innen pro Einwohner erlaubt, stammt von 1996 und hat mit der aktuellen Bedarfssituation schon lange nichts mehr zu tun. Für Psychotherapeut*innen ist es sehr schwierig und teuer, eine Kassenzulassung zu erhalten. Deswegen arbeiten viele ambulante Therapeut*innen ohne Kassenzulassung und können so nur Privatpatient*innen und Selbstzahler*innen behandeln. Das sog. „Kostenerstattungsverfahren“ hat es bislang Kassenpatienten ermöglicht, dass ambulante Therapie in einer Privatpraxis von den gesetzlichen Krankenkassen – unter bestimmten Voraussetzungen und bürokratischen Hürden aber immerhin – übernommen wird. Das war zumindest ein mittelfristiger Lösungsweg. Doch auch dieser wird nun immer mehr von den Krankenkassen blockiert.

Wir fragen uns: warum werden Menschen mit psychischen Erkrankungen gegenüber Menschen mit somatischen Erkrankungen derart benachteiligt? Es ist als würde man jemandem, der sich ein Bein bricht einen Arzttermin ermöglichen, bei dem man ihm*ihr sagt: „Das Bein ist gebrochen, sie brauchen Behandlung. Aber leider haben wir keine Zeit sie zu behandeln. Da müssen sie leider ein paar Monate warten“ Geht’s noch?!

Es wird Zeit dass Gesetzgeber und gesetzliche Krankenkassen endlich handeln!

Euer attitudeblog

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