„Warum ich meinen Vergewaltiger nicht angezeigt habe“ – Huffpost Blog

Sexuelle Gewalt ist kein Verbrechen wie andere. Die Persönlichkeit des Opfers wird dadurch bis in die Grundfesten erschüttert. Scham, Schuldgefühle, Täter-Opfer-Umkehr (Victim Blaming) und weitere gesellschaftliche Vergewaltigungsmythen machen es dem Opfer schwer, das was ihm passiert ist, überhaupt erstmal als bedingungsloses Fremdverschulden wahrzunehmen.

Dazu kommen die erneuten psychischen Belastungen, sich einem Strafprozess auszusetzen, in dem die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass der Täter auch schuldig gesprochen wird. Beweise und andere Zeugen gibt es meist nicht. 70% der Vergewaltigungen finden im eigenen zu Hause des Opfers statt. Somit ist die einzige Verteidungungsstrategie des Beschuldigten häufig, die Glaubwürdigkeit des Opfers in Frage zu stellen und zu zerlegen. Das kommt oft einer erneuten Traumatisierung gleich. So wird Vergewaltigung zu einem fast straflosen Verbrechen. Das belegen auch die Zahlen aus Studien und Statistiken. Weniger als 10% der angezeigten Vergewaltiger werden tatsächlich verurteilt. Lediglich 3-8% der angezeigten Fälle sind Falschbeschuldigungen. Außerdem ist die Dunkelziffer enorm: 80-90% der Vergewaltigungen,  werden gar nicht zur Anzeige gebracht. Das bedeutet umgerechnet, dass weniger als 1% der Vergewaltiger verurteilt werden.

In einem eindringlichen Bericht, schildert Verena Kerner (unter geändertem Namen) aus welchen scheinbar simplen, und für Menschen, die nichts vergleichbares erlebt haben schwer verständlichen Gründen, warum sie eine Vergewaltigung nicht angezeigt hat.

Unter anderem schreibt die Autorin:

„Ich selber gehöre zu der Dunkelziffer an Frauen, die sich nach einer Vergewaltigung aktiv gegen den juristischen Weg entschieden haben. Jetzt werden Sie (berechtigterweise) fragen: Warum? Welcher Mensch ist, pardon, dumm genug, um so etwas mit sich machen zu lassen und es dann nicht zur Anzeige zu bringen?

Ich weiß nicht, ob meine Begründungen Ihnen reichen werden. Eigentlich sollten sie Ihnen nicht reichen: Ich schäme mich. So, jetzt ist es raus. Ich schäme mich, dass mir so etwas passiert ist. Das ist ein Gefühl, als ob jede Zelle Feuer fangen würde: Schmerzen, Wut und Hilflosigkeit vermischen sich zu einem Konglomerat an Scham, welches mich seitdem auf Schritt und Tritt begleitet.“

Der Link zum ganzen Artikel:

„Warum ich meinen Vergewaltiger nicht angezeigt habe“ – Verena Kerner – Huffpost

Lesenswert!

Ausserdem auf Huffpost:

„Mit einem 5-Dollar-Schein erklärt diese Frau, wo die feine Linie zwischen Sex und Vergewaltigung liegt“ – Bettina Pohl – The Huffington Post

 

 

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