„Totalitärer Feminismus – Der Reichsbürger der #MeToo-Bewegung“- über Jens Jessens „Wutausbruch“ – aus dem Spiegel

„Nach den weinerlichen Ausführungen von Jens Jessen in der „Zeit“ muss keiner mehr Angst haben, der Peinlichste in der #MeToo-Debatte zu sein. Der Journalist hat der Emanzipation deshalb sogar einen Gefallen getan.“- Eine Kolumne von Margarete Stokowski

Jens Jessens weinerlicher Ausbruch,  für den er die Titelstory der „Zeit“ bekam, rief allseits Kritik, Spott und Häme hervor. Zurecht.

Jens Jessen schwadronierte mit fast schon verschwörungstheoretischen Phrasen gegen die Frauenbewegung und fühlt sich als man als Opfer eines Totalitarismus:

„Das System der feministischen Rhetorik folgt dem Schema des bolschewistischen Schauprozesses, nur dass die Klassenzugehörigkeit durch die Geschlechtszugehörigkeit ersetzt ist. So oder so steht die Schuldigkeit schon durch Herkunft fest.“

und

„Der Feminismus hat damit eine Grenze überschritten, die den Bezirk der Menschlichkeit von der offenen Barbarei trennte. Nur sehr Tapfere erkennen darin eine heilsame Lektion, die es allen Männern erlaubt, die Diskriminierungserfahrung der Muslime zu machen: Was einige getan haben, wird allen zur Last gelegt. Jeder Muslim ein potenzieller Terrorist, jeder Mann ein potenzieller Vergewaltiger. Aber worauf wollen die Aktivistinnen der #MeToo-Bewegung mit ihrem neuen feministischen Volkssturm hinaus, diesem Zusammentreiben und Einsperren aller Männer ins Lager der moralisch Minderwertigen?“

Margarete Stockowski bemerkt ironisch: „Doch trotz offensichtlichen Lagerkollers ist es dem tapferen Feuilletonisten gelungen, seinen Text direkt aus dem Gulag herauszufunken und in der größten deutschen Wochenzeitung zu veröffentlichen. Allein dafür: Respekt.“ und tituliert den Text als „völlig irren Thesengulasch an prominentester Stelle“ und beschreibt den Autor als verwirrt, ängstlich und voller Selbstmitleid“ und entgegnet:

„Doch mit seinem „Wutausbruch“ in der „Zeit“ hat Jessen der Emanzipation einen Gefallen getan. Er hat alles rausgelassen. Ungefiltert. Er hat ohne Rücksicht auf Verluste erklärt, dass er verwirrt und ängstlich ist und voller Selbstmitleid. Er hat zugegeben, dass er feministischen Diskursen nicht mehr folgen kann. Dass er das alles nicht mehr erträgt. Dass ihm alles zu viel wird mit den „Frauen, die sich in Zeitungen, Talkshows und sozialen Medien unentwegt äußern“ – ja, wie halt einige Männer seit 3000 Jahren. (…) Spätestens jetzt ist der Beweis geführt, dass es unfair ist, wenn man nur Feministinnen den Vorwurf macht, hysterische Heulsusen zu sein. Wir sind alle eins, wir müssen nur noch zueinander finden.“

Link zum ganzen Artikel:

„Totalitärer Feminismus: Der Reichsbürger der #MeToo-Bewegung“ – von Margarete Stokowski auf Spiegel-Online

Lesenswert!

 

Bild: By Dontworry [CC BY-SA 3.0]

 

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