Textschnipsel: „Elliot“ in „Mr. Robot“ (Serie von Sam Esmail)

 „Ist das was Gott tut, helfen, ja? Sagen Sie mir, wieso hat Gott meinem unschuldigen Freund der grundlos starb nicht geholfen, während der Schuldige völlig frei herumläuft? Ok. Schön. Vergessen wir alles Einmalige. Was ist mit den zahllosen Kriegen, die in seinem Namen erklärt wurden. Ok. Schön. Lassen wir den wahllosen bedeutungslosen Mord für ‚ne Sekunde außen vor. Was ist mit der sexistischen rassistischen Phobiensuppe in der wir alle ertrinken? Und zwar seinetwegen! Und nein, ich rede hier nicht nur von Jesus. Ich spreche hier von allen organisierten Religionen – exklusive Gruppen, erschaffen um die Kontrolle zu behalten, ein Dealer, der die Menschen auf die Droge Hoffnung bringt. All seine Jünger, nichts weiter als Abhängige die ihren Schuss Bullshit wollen, nur um ihr Dopamin der Ignoranz zu behalten. Abhängige, die Angst haben die Wahrheit zu glauben, und zwar, dass es keine Ordnung oder keine Macht gibt, dass alle Religionen nur metastasierende Verstandswürmer sind. Verstandswürmer, die uns trennen sollen, damit es einfacher ist uns Regeln aufzuerlegen von den Scharlatanen die uns regieren wollen. Theoretisch sind wir für sie nichts weiter als bezahlende Jünger ihres wirklich schlecht geschriebenen Sci-Fi-Franchise. Wenn ich nicht auf meinen imaginären Freund höre, wieso sollte ich dann auf euren hören. Die Menschen denken, ihre Verehrung wäre vielleicht ein Schlüssel zum wahren Glück, doch so macht er euch nur zu Eigen. Selbst ich bin nicht verrückt genug, diese Verzerrung der Realität zu verinnerlichen. Also scheiß auf Gott. Als Sünder ist er einfach nicht gut genug für mich.“

Elliott (Rami Malek) in seiner „Kirchengruppe“, denkt aus Versehen laut.

„Mr. Robot“ ist eine US-amerikanische Psycho-Thriller-Hacker-Hype-Serie, handelt von dem jungen IT-Sicherheitsspezialisten Elliot mit einer dissoziativen Identitätsstörung. Er wird vom mysteriösen Mr. Robot für eine anarchistische Hackergruppe rekrutiert, um die Weltwirtschaft ins Schwanken zu bringen.

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Die Serie besticht durch eine neuartige und geniale Machart, besonders durch ihre Dialoge – oder besser – Monologe. Showrunner ist der amerikanische Regisseur mit ägyptischen Wurzeln Sam Esmail, der selbst in der Hacker-Szene gelebt hat. „Elliot Alderson“ wird von Rami Malek dargestellt, der für seine Darstellung von Freddie Mercury im Film „Bohemian Rhapsody“ einen Oscar gewann.

Als Inspiration dienten dem Esmail vor allem die Hackerkultur und der Arabische Frühling, in welchem junge Menschen mittels sozialer Medien eine Änderung des politischen Systems bewirkten. Zudem hat Esmail mehrere weitere Einflüsse auf die Serie bestätigt, wie zum Beispiel die Filme American Psycho, Taxi Driver, Uhrwerk Orange, und Matrix. Als Inspiration für Elliot, der unter einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, diente der 1999 erschienene Thriller-Film Fight Club. Fight Club war zudem auch ein Einfluss auf die anti-konsumistische Einstellung der Charaktere, mit der sie versuchen gegen „das System“ vorzugehen. Weitere Einflüsse waren Taxi Driver für die Rolle des Protagonisten als Erzähler; Lockere Geschäfte für die Musik; Blade Runner für die Charakterentwicklung; und Breaking Bad für den Handlungsbogen.

Die Serie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Golden Globes 2016 für „Beste Serie – Drama“, „Bester Nebendarsteller“ (Christian Slater), Nominierung in der Kategorie „Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama“ (Rami Malek), Emmy 2016 für „Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie“ (Rami Malek).

Trailer:

Verfügbar auf: Amazon Prime, maxdome, iTunes, Google Play, Microsoft, Videoload, videociety, freenet Video (Staffeln 1-3), Sony (Staffeln 1-4)

Kritiken:

„Mr. Robot: Sam Esmail setzt mit seiner Serie neue Maßstäbe“ – Filmpuls

Man soll nicht nach den Sternen greifen. Aber man darf sich an ihnen orientieren: Mit Mr. Robot legt Regisseur und Autor Sam Esmail ein Werk in Form einer Serie mit Darsteller Rami Malek vor, das erzählerisch und handwerklich jedes Mittelmaß verweigert.

„Mr. Robot: Superman im Hoodie“ – Von Felix Stephan – Zeit Online

Geld ist nur ein Betriebssystem: Die großartige TV-Serie „Mr. Robot“ erzählt von Hackern, die der Welt nicht mehr zuschauen, sondern sie lenken wollen.

„Mr Robot: In dieser Serie ist kein Platz für Hacker-Kitsch“ – Ole Reißmann – Spiegel Online

Filmemacher Sam Esmail hat mit „Mr Robot“ eine Serie geschaffen, in der es Programmierer gibt, aber keine Nullen und Einsen, die auf dem Bildschirm hin- und herfliegen. Warum schafft Hollywood das nicht?

 

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