„Krankheit Depression: Keine Frage des Zusammenreißens“- Margarete Stockowski – Spiegel-ONLINE

„Die teilweise verständnislosen Reaktionen auf den Suizid des Sängers Chester Bennington zeigen einmal mehr, wie viel Unwissen noch immer über das Wesen der Krankheit Depression herumgeistert.“

Die Autorin Margarete Stockowski zeigt am Beispiel des Suizides von Linkin-Park-Sänger Chester Bennington, wie schockierend unwissend die Bevölkerung im Bezug auf die Krankheit Depression immer noch ist:

„Es macht keinen Sinn zu fragen, welchen Grund jemand hatte, sich umzubringen, wenn er oder sie schwere Depressionen hatte. Die Depression hat diesen Menschen dazu gebracht. Man kann sie kriegen, wenn man ansonsten gesund ist, von Freunden und Familie umgeben und reich und schön obendrauf. Es ist kein Zustand, in dem man sich entscheidet, sich jetzt mal etwas weniger zu kümmern. Manchmal geht äußerlich alles noch eine ganze Weile weiter – Job, Beziehung, alles – aber von innen fehlt die Motivation. Manchmal gibt es aber schlicht kein fühlbares Selbst mehr, das sich noch irgendwie beieinander halten könnte oder durch ein paar gute Gründe überzeugt werden könnte, dass es besser werden könnte.“

Also noch einmal:

DEPRESSION IST EINE KRANKHEIT! Eine Krankheit, die nahezu jeden Treffen kann, und die leider, auch aufgrund des allgemeinen Unwissens und Irrglaubens Depression sei eine Charakterschwäche, tödlich enden kann.

Die gute Nachricht: DEPRESSION IST BEHANDELBAR! Es gibt sehr viel Hilfe. Ein verzweigtes Netz von Psychiatern, Psychotherapeuten, Beratungsstellen, Krisendiensten, Telefonseelsorge, Selbsthilfegruppen und psychiatrischen oder psychosomatischen Kliniken.

Solange Betroffene diese Hilfsangebote nicht wahrnehmen, weil sie ihre Depression selbst nicht als Krankheit erkennen oder ihnen Nahe stehenden Menschen ihnen so gefährliche und falsche Ratschläge geben wie „sich zusammenreißen“, haben wir noch sehr viel zu tun.

Euer attitudeblog

Link zum ganzen Artikel:

„Krankheit Depression: Keine Frage des Zusammenreißens“ – eine Kolumne von Margarethe Stockowski auf Spiegel-ONLINE

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