„Hosen runter! – Der Modetrend »entblößte Knöchel« hat selbst den Winter überdauert.“ aus dem SZ-Magazin

„Viel wichtiger als die Frage, was die Träger damit sagen wollen, ist die Überlegung, ob man eigentlich alt ist, wenn man sich darüber wundert.“

Auch ich habe mich in den letzten Tagen gewundert, jetzt, wo es so eisig kalt ist, dass so viele ohne Rücksicht auf Verluste mit dünnen Turnschuhen und hochgekrempelten Hosen draussen rumlaufen, während ich mich ohne Strumpfhose und Fellstiefel gar nicht erst vor die Tür wage.

Ich mag Mode. Allerdings bin ich diesem Modetrend nie gefolgt. Vermutlich einfach weil ich finde, dass damit meine Füße zu groß sind. Schon an die ganz engen Skinny Jeans habe ich mich nur halb freiwillig gewöhnt und war traurig, dass meine Lieblings-Jeansmarke den von mir über Jahre favorisierten Slim-Cut aus dem Programm genommen hat. Aber man muss ja schließlich nicht jeden Trend mitmachen.

Die kompromisslose Fortführung dieses Freien-Knöchel -Trends auch bei Minusgraden wundert mich allerdings wirklich. Also stelle auch ich mir – wie der Autor dieses herrlichen Artikels aus dem SZ-Magazin –  die Frage: Bin ich jetzt alt?

Moriz Baumsteiger schreibt:

„Neulich stand ich mit Freund Thomas am Tresen. Erst blickten wir eine Weile stumm auf unser Bier, dann stumm auf den Putz hinter der Theke. Alles Wichtige war gesagt, alles Unwichtige musste nicht gesagt werden, so sind wir Jungs manchmal. Schließlich blickten wir durch das Schaufenster der Bar nach draußen, wo die Raucher standen. Sie rauchten, was sonst, Thomas musterte sie. Nahm einen Schluck Bier, dann sagte er etwas: »Wenn ich diese Kids sehe, wie sie mitten im Winter mit hochgekrempelten Hosen und nackten Knöcheln rumlaufen…» – »…da friert es mich schon beim Anschauen«, beendete ich den Satz. Wir schwiegen weiter, nun trank auch ich. »Da friert es mich schon beim Anschauen« – hatte ich das eben wirklich gesagt? Thomas und ich, wir sind keine alten, frustrierten Typen, auch wenn unser brütendes Schweigen am Tresen vielleicht den Anschein macht. Wir sind eigentlich noch nicht mal mittelalt. Aber eben haben wir exakt dieselbe Formulierung benutzt, mit der unsere Eltern und Großeltern vor nicht allzu langer Zeit die Löcher in unseren Jeans und die zerschlissenen Schuhe an unseren Füßen kommentiert haben. Was ist passiert? Was hat uns bloß so ruiniert? „

Link zum ganzen Artikel:

Hosen runter! – VON MORITZ BAUMSTIEGER – im SZ-Magazin

Lesenswert!

Bild: SZ-Magazin

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