„Psychotherapie für gesetzlich Versicherte: 20 Wochen bis zum Termin“ – tagesschau.de

Ein Jahr nach der Reform der Psychotherapieversorgung müssen Patienten immer noch lange auf den Beginn ihrer ambulanten Behandlung bei Kassentherapeuten warten.

Von Linda Luft und Elisabeth Weydt, NDR

„Patientinnen und Patienten in Deutschland müssen durchschnittlich 20 Wochen auf den Beginn ihrer ambulanten Behandlung bei Kassentherapeuten warten – obwohl bereits vor einem Jahr die Psychotherapieversorgung reformiert wurde. Das geht aus einer bisher unveröffentlichten Umfrage der Bundespsychotherapeutenkammer hervor, die dem NDR vorliegt. Die Wartezeit von der ersten Anfrage bis zum Beginn der eigentlichen Behandlung ist seit der letzten Erhebung 2011 nur leicht zurückgegangen, von 23,4 Wochen auf jetzt 19,9 Wochen. Das sei unzumutbar, sagte Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer dem Radioprogramm NDR Info und dem NDR Fernsehmagazin Panorama 3. „Das bedeutet für die Patienten eine zusätzliche Belastung. Das heißt die Krankheit kann chronifizieren, kann heftiger, kann schlimmer werden.“

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„Psychotherapie für gesetzlich Versicherte: 20 Wochen bis zum Termin“ – tagesschau.de

Das Problem ist schon jahrelang bekannt. Die jüngste „Psychotherapie-Reform“ hat ihren Zweck verfehlt. Warum handelt die Politik nicht endlich? Der Versorgungsschlüssel bei der Vergabe von Kassenzulassungen von 1996 wird dem Bedarf nicht gerecht. Der Schlüssel sollte nicht neu berechnet, sondern ganz abgeschafft werden. Nur das gäbe allen staatlich anerkannten Psychotherapeuten die Chance, die Menschen die dringend Hilfe benötigen endlich adäquat versorgen zu können, egal ob gesetzlich oder privat. Eine Kassenzulassung zu „ergattern“ kann Jahre dauern und muss dann von Psychotherapeuten, die schon für ihre Ausbildung selbst aufkommen mussten dann noch teuer vom Vorgänger abgekauft werden. Eine Alternative ist nur eine Privatpraxis. Bei gleicher Ausbildung und gleicher Qualifikation darf derjenige dann aber eben nur Privatpatienten behandeln. Oder Kasssenpatienten kommen für die Behandlung selbst auf und beantragen die Kostenerstattung bei ihrer Krankenkasse. Diese lehnen seit der Psychotherapiereform die Anträge vermehrt ab. Der Kassenpatient wird Bittsteller bei seiner Versicherung, um eine Gesundheitsleistung zu erhalten, die ihm zusteht. Die Kassen knausern ja wo immer sie eine Möglichkeit finden. Auf Kosten der Patienten. Chronifizierungen psychischer Erkrankungen und Suizide sind die Folge. Die Kosten für die Volkswirtschaft trägt dann die Gesellschaft. Wie kann das denn immer noch sein?Dieses Problem ist rein bürokratischer Natur und könnte gesetzgeberisch ganz einfach gelöst werden, einfach dadurch, dass die Anzahl der Kassenzulassungen nicht weiter beschränkt bleibt. Kapiert das keiner?!

Euer Attitudeblog

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