Meinungsfreiheit Menschenrechte

Inhaftierte Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen in der Türkei sofort freilassen – Amnesty International appelliert

„Jeder Tag in Haft ins einer zuviel“

Unter diesem Motto appelliert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in zwei Petitionen an den türkischen Justizminister denn und ruft Menschen weltweit dazu auf, sich an dem Appell zu beteiligen, denn: in keinem anderen Land der Welt sitzen derzeit so viele Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen in Haft, wie in der Türkei.

Das ist ein eklatanter Verstoß gegen die Menschenrechte!

Amnesty International schreibt dazu:

Kampagne zur Freilassung inhaftierter Menschenrechtler*innen

Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger setzen täglich ihre eigene Sicherheit aufs Spiel, um andere zu verteidigen. Sie machen sich stark für die Freiheit der Menschen, prangern Ungerechtigkeiten an und kämpfen dafür, dass alle Menschen gerecht behandelt werden.

Türkische Gerichte ordneten am 18. und 21. Juli Untersuchungshaft gegen acht Menschenrechtsverteidigerinnen – und verteidiger, darunter İdil Eser, die Direktorin von Amnesty International in der Türkei und den deutschen Menschenrechtstrainer Peter Steudtner an und das nicht mal einen Monat nach der Inhaftierung des Vortstandsvorsitzenden der türkischen Sektion von Amnesty International, Taner Kılıç. Zwei weitere Aktivistinnen und Aktivisten wurden unter Auflagen freigelassen, die Ermittlungen gegen sie laufen jedoch weiter.

Die Türkei hat diese Aktivistinnen und Aktivisten zu einer Zeit inhaftiert, in der sie besonders dringend gebraucht werden: Die unabhängigen Medien wurden zum Schweigen gebracht, wer offen seine Meinung sagt, zahlt einen hohen Preis dafür, und die Menschen leben in Angst. Jeden Tag, an dem die Aktivistinnen und Aktivisten sich in Gefangenschaft befinden, sind die Menschen, für die sie sich einsetzen, wehrlos der fortlaufenden Unterdrückung von Freiheiten durch die Regierung ausgesetzt.

Niemand von ihnen hat sich etwas zuschulden kommen lassen. İdil Eser, Taner Kılıç und die anderen Menschenrechtsaktivist_innen werden zu Unrecht der „Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Vereinigung“ beschuldigt und sitzen wegen des unbegründeten Verdachts in Haft „Verbrechen im Namen einer terroristischen Organisation begangen zu haben ohne deren Mitglied zu sein“. Beide Vorwürfe sind absurd und entbehren jeglicher Grundlage.

Hintergrundinformationen

Die acht neben Amnesty-Vorstandsvorsitzenden Taner Kılıç inhaftierten Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten sind: İdil Eser (Amnesty International), Günal Kurşun (Human Rights Agenda Association), Özlem Dalkıran (Citizens’ Assembly), Veli Acu (Human Rights Agenda Association), Nalan Erkem (Anwältin, Citizen’s Assembly), İlknur Üstün (Women’s Coalition), Ali Gharavi (IT-Experte) und Peter Steudtner (Menschenrechtstrainer).

Die zwei unter Auflagen freigelassenen Aktivistinnen und Aktivisten sind: Nejat Taştan (Equal Rights Watch Association) und Şeyhmus Özbekli (Rights Initiative).

Inhaftierte-Tuerkei-Kollage
In der Türkei inhaftierte Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler
© Amnesty International

Hier geht’s zum Appell:

İDIL ESER, TANER KILIÇ UND WEITERE INHAFTIERTE MÜSSEN SOFORT FREIGELASSEN WERDEN!

Kampagne zur Freilassung inhaftierter Journalist*innen

Mittlerweile befinden sich in der Türkei mehr Journalistinnen und Journalisten im Gefängnis, als in irgendeinem anderen Land. Ein Drittel der inhaftierten Journalistinnen und Journalisten weltweit wird in türkischen Gefängnissen festgehalten. Die große Mehrheit wartet noch auf ihr Gerichtsverfahren.

Medienschaffende unterschiedlicher oppositioneller Medien sind seit dem gewaltsamen Putschversuch im Juli 2016 zur Zielscheibe bislang beispielloser Repressalien geworden. Zusammen mit der Schließung von mehr als 160 Medien ist die Botschaft deutlich und äußerst beunruhigend: Der Raum für Meinungsfreiheit schrumpft immer mehr und wer Kritik äußert, zahlt einen hohen Preis.

Journalistinnen und Journalisten sowie andere Medienschaffende müssen aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Freie Medien sind ein wesentlicher Bestandteil jeder funktionierenden pluralistischen Gesellschaft.

Journalistinnen und Journalisten müssen ohne Angst vor Repressalien ihrer Arbeit nachgehen dürfen, denn Journalismus ist kein Verbrechen.

Action at the Turkish Consulate in Rotterdam
Aktivistinnen und Aktivisten demonstrieren am 24. Februar 2017 vor dem türkischen Konsulat in Rotterdam für Meinungsfreiheit 
© Amnesty International, Foto: Marieke Wijntjes

Hier geht’s zum Appell

TÜRKEI: INHAFTIERTE MEDIENSCHAFFENDE FREILASSEN!

Unterstützenswert!

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