Gesundheitsminister Jens Spahn plant ein Gesetz, dass die Vergabe von Psychotherapieplätzen neu regeln soll. De facto wird es Patient*innen den Zugang zu ambulanter Psychotherapie noch weiter erschweren. Dabei bedient er sich eines fadenscheinigen Argumentes. Nämlich dem, dass mehr Angebot an Psychotherapieplätzen mehr Nachfrage schaffe. Belegt haben will er dies dadurch, dass in Städten mit hoher Psychotherapeutendichte die Wartezeiten höher seien. Zum einen beruft er sich hier auf eine nicht belegte Kausalität. Zum anderen beruft er sich auf eine Studie, die so nicht existiert und bedient sich Zahlen, die schlicht und ergreifend fundamental falsch sind. Und von Jens Spahn selbst benannte Experten widersprechen. Darüber berichtet Florian Neuhahn auf ZDFheute-online:

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Am Mittwochabend den 12.12.2018 handelte die Große Koalition einen „Kompromissvorschlag“ zur Reformierung des umstrittenen §219aStGB (Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche) aus. Der Paragraph soll demnach bestehen bleiben, allerdings soll konkreter ausformuliert werden, inwieweit Ärzt*innen und Kliniken über Schwangerschaftsabbrüche informieren dürfen. Der Kompromissvorschlag ist das Ergebnis mehrstündiger Beratungen der zuständigen Bundesminister – Horst Seehofer (CSU), Katarina Barley (SPD), Jens Spahn (CDU) und Franziska Giffey (SPD)

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Wir Leben im Jahr 2018 immer noch in einer Gesellschaftsstruktur, die grundsätzlich dazu neigt, die Schuld bei einer Vergewaltigung dem Opfer zuzuschreiben. Die Argumente, die dazu herangezogen werden, sind vielfältig: sie trug aufreizende Kleidung, Reizunterwäsche, hat zuvor mit dem Täter geflirtet, ihn geküsst und damit  ein Einverständnis „suggeriert“; sie hat viel getrunken, war nachts allein unterwegs oder hätte sich sonstwie „selbst“ in Gefahr begeben. All diese Argumente dienen einem einzige Zweck: die Verantwortlichkeit des Täters in einer patriarchalischen Gesellschaftsstruktur herabzustufen. Sonst nichts. Dieser Vorgang nennt sich „Victim Blaming“.

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Über lange Zeit existierte ein fast parareligiöser Schulenstreit zwischen Vertretern der Kognitiven Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse. Heute haben sich die beiden wichtigsten Verfahren angenähert, man hat jeweils die Vorteile des anderen erkannt. Weitere Psychotherapieverfahren wurden entwickelt. Besonders vielversprechend ist die Schematherapie. Das in USA entwickelte Verfahren erfreut sich nun auch in Deutschland steigender Beliebtheit. Kein Wunder, denn es handelt sich um einen eingängigen Therapieansatz, der alle Vorteile aus bewährten Methoden und Techniken in ein effektives, strukturiertes Gesamtkonzept integriert. 

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